Theodor Fontane sehen und hören* – auf den Spuren von Fontane in Bad Freienwalde

Theodor Fontane sehen und hören* – das ist möglich in Bad Freienwalde.

*Fontane-Audio-Guide
https://bad-freienwalde.de/hier-gibts-was-auf-die-ohren-unerhoertes-mit-fontane-entdecken

Das Fontanejahr #fontane.200 führt mich durch die Region, um mich auf den Spuren seiner damaligen Reisen “Wanderungen durch die Mark“ zu begeben, besondere Begebenheiten zu erfragen und von Veranstaltungen zu erfahren, die in diesem Jahr zu Ehren von Theodor Fontane geplant sind.

Heute, 4.2.2019, fahre ich nach Bad Freienwalde. Im Vorfeld meiner Reise hatte ich bereits Kontakt zu Herrn Walther-Kämpfe aus der Tourist-Information Bad Freienwalde. Seine persönlichen Schilderungen und Antworten auf meine Fragen schürten die Vorfreude auf diesen Ort. An der Stelle komme ich nicht umhin, das häufig zitierte:

„Freienwalde – hübsches Wort für hübschen Ort

mit aufzunehmen. Diese Worte von Fontane zeigen, wie sehr der Dichter von Bad Freienwalde angetan war. Ob die Stadt auch heute noch so oder ähnlich hübsch ist, davon wollte ich mich selbst überzeugen.

Über die L36 fuhr ich in Richtung Wriezen, über Zollbrücke weiter nach Bad Freienwalde. Zollbrücke war geplant, um eventuell noch etwas von treibenden Eisschollen festzuhalten, aber das wechselnde Wetter der letzten Tage hatte diese bereits verschwinden lassen. Meine liebe Begleitung (ortskundig) erzählte mir ganz begeistert, was hier in Zollbrücke an warmen Tagen los ist. Fahrradfahrer, Skater und Wanderer sind auf dem Oderdeich (Fuß- und Fahrradweg) unterwegs und rasten gern in Zollbrücke. Das Restaurant hat gut zu tun, alle hungrigen und durstigen Gäste zu bewirten. Auch ein Eisstand lockt. Wenn ich in die Weite des Oderbruches schaue und auf den wunderbaren Fahrradweg, dann kann ich es mir bildlich vorstellen.

Noch bevor wir Bad Freienwalde erreichen, denke ich an die Beschreibung von Fontane, die frei wiedergegeben in etwa so lautete, dass man an der hügeligen Umgebung erkennt, in Freienwalde angekommen zu sein. Das kann ich so bestätigen. Wir halten zuerst in der Tourismusinformation in der Uchtenhagenstraße mitten im Zentrum. Der Name Uchtenhagen wird uns noch öfter begegnen. Trotz eines technischen Problems in den Räumlichkeiten, begrüßt man uns freundlich und gibt uns alle gewünschten Informationen, die wir uns zum Thema Fontane wünschten.

In der Tourismusinfo ist das Thema Fontane entsprechend dem Anlass überaus präsent. Die Fontanedekoration im Schaufester, große Poster zu den einzelnen Stationen seiner Reise, Verantaltungsflyer und auch ein Fontanejahreskalender 2019 mit Bildern, Schilderungen und Zitaten, gefiel mir persönlich.

Tourist-Information, Uchtenhagenstr. 3, 16259 Bad Freienwalde

Nun nicht mehr lange reden, denn wir wollten viele Stationen ansteuern. Zuerst alles, was man zu Fuß erreichen kann.

Gegenüber der Tourist-Information: die Kirche St. Nikolai – leider heute verschlossen.

Sehr gern hätte ich mir diese auch von innen angesehen. Herr Walther-Kämpfe hatte mir dazu berichtet, dass er immer wieder bei den Kirchenbesuchen bezugnimmt auf die von Fontane weitererzählte Sage von Caspar von Uchtenhagen. Caspar wurde nur neun Jahre alt, laut der Sage … Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten und die zukünftigen Besucher von Bad Freienwalde einladen, mehr darüber zu erfahren.

Neben der Tourismusinfo: Das Oderlandmuseum.

http://www.oderlandmuseum.de

Mi – Sa 11 bis 17 Uhr

Weiter führt uns der Weg zum Schloss Freienwalde

http://www.schloss-freienwalde.de

und zum Ruinenberg. Fontane sieht in den Bergen um Freienwalde den eigentlichen Reiz.

“Diesen Bergen verdankt es alles, was es ist: von dort aus kommen seine Quellen und von dort aus gehen die Fernsichten ins Land hinein. Wer nicht kommt, um hier die Eisenquelle zu trinken, der kommt doch, um einen Blick in die märkische Schweiz zu tun.“

Wie auch Fontane begeben wir uns zunächst auf den Ruinenberg. Tatsächlich ist dieser gut zu ersteigen. „Bequeme Terrassen bilden den Weg, so dass man die Höhe plaudernd erreichen kann.“ Mit etwas Mühe erreichen wir den Aussichtspunkt. Aufgrund des Baumwuchses ist der Blick nicht mehr so uneingeschränkt möglich, wie damals. Dennoch kann man auch hier die Wort von Fontane hautnah nachvollziehen:

„Der Blick vom Ruinenberg aus, wo man zunächst auf die malerisch in der Tiefe liegende Stadt, dann über die Türme und Dächer hinweg in die duftige Frische der Bruchlandschaft herniederblickt… Der Anblick ist schön in seiner Art und wessen Auge krank geworden in Licht und Staub und all dem Blendwerk großer Städte, der wird hier Genesung feiern und dies Grün begrüßen.“

Diese Empfehlung hat viele Jahre überdauert und hat noch heute oder heute mehr denn je seine Berechtigung.

Es interessiert mich persönlich auch immer sehr, wie war der Theodor Fontane als Mensch, was hat er gern gegessen und getrunken. Auch dazu hat Bad Freienwalde Antworten. Nach dem Abstieg vom Ruinenberg möchten wir uns ein Restaurant mit dem Namen „La Fontana“ ansehen.

Montags ist das Restaurant geschlossen, somit blieb ein Besuch aus. Aber wer sagt denn, dass ich nicht noch einmal wiederkomme. Allein die Aussicht auf ein Fontane-Menü macht mir Freude.

(Restaurante La Fontana, Weinbergstraße 19, 16259 Bad Freienwalde Tel. 03344/331938 – Link zur Webseite z.Z nicht verfügbar)

Die Vorliebe Fontanes zum Kuchen teile ich leidenschaftlich. Er trank wohl gern einen Kaffee und Cognac dazu. Mir würde der Kaffee reichen. Gesagt, getan. Eine Pause hatten wir uns verdient. Im Tourismusbüro wurde das Cafe Lender empfohlen. Die hausgemachten Torten und Kuchen sollen viel Lob bekommen. Fontane mochte gern Pflaume-Streusel, so hörten wir.

Hotel, Restaurant, Café Lender, Königstraße 49

Das Fontanehaus in Schiffmühle war das nächste Ziel.

Fontanes Vater, Louis Henri, lebte dort 12 Jahre. Aktuell werden Bauarbeiten am/ im Haus durchgeführt. Eine Neueröffnung mit Ausstellung ist für den 17. Mai diesen Jahres geplant.

Aufgrund der Nähe wollten wir das Grab von Louis Henri Fontane besuchen. Dazu fuhren wir am Fontanehaus weiter geradeaus. Laut der Beschreibung eines Anwohners sollten wir so lange geradeaus fahren bis wir rechts einen Backstein-Kindergarten sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite wäre dann der Friedhof.

So war es dann auch. Wie beschrieben hatten wir von dort einen guten Blick ins Oderbruch.

Der Fontaneplatz, das Moorbad und die Schanze waren die nächsten Ziele.

Selbstverständlich machten wir Halt am Fontanedenkmal. Fontaneplatz, Fontanestraße … als Besucher spürt man, dass die Liebe Fontanes zu Bad Freienwalde auf Gegenseitigkeit beruht.

Langsam nähern wir uns dem Gesundbrunnen, dem Kurpark und der Anblick begeisterte.

Der Sonnenschein trug noch dazu bei. Gäste und Patienten vom Moorbad, Wanderer, Spaziergänger waren an diesem Februartag unterwegs und einige von ihnen fanden, wie wir auch, Gefallen an einem besonderen Platz:

http://www.cafe-blaue-zwiebel.de

Das Cafe blaue Zwiebel, direkt am Papenteich. Selten habe ich an einem so liebevoll dekorierten Ort Kaffee oder Tee getrunken. Der kleine Außenkamin wärmte und die sehr freundliche Bedienung machte den Aufenthalt perfekt.

„Der Kaffee kam, die Sonne labte uns, alles war frisch und erquicklich …“

Die Kurfürstenquelle wollten wir noch finden. Auch hier gibt es wohl eine Legende dazu. Was hat es mit der Goldenen Nase auf sich?

Weiter zur Schanze

und den Baa-See wollten wir ebenfalls einmal gesehen haben.

Auf dem Weg dorthin fuhren wir am Karl Weise Haus vorbei – Hans Sachs von Freienwalde

„Hier wohnt Karl Weise, Poet und Drechslermeister von Freienwalde … Drechselt Pfeifen in guter Ruh und macht auch wohl’nen Vers dazu.“

Weiter in den Wald hinein, etwa eine halbe Stunde im Rücken des Rosengartens, liegt der Baasee, der Liebling und der Stolz der Freienwalder. Sie überschätzten ihn offenbar …“

Den Baa-See kann man auch zu Fuß erreichen. Wir entschlossen uns aufgrund der vorangeschrittenen Zeit das Auto zu nehmen. Ein wenig enttäuscht waren wir auch und vermuteten ähnlich wie Fontane:

Viel freilich hängt dabei von der Beleuchtung und noch mehr vielleicht von der Jahreszeit ab.“

Das gesamte Gebiet muss aber herrlich für Wanderungen sein – den Baa-See kann man über den Siebenhügel- und den Brunnentalweg erwandern oder per Auto über Altranft erreichen – und ein uriges Holzhaus lädt zu einer Rast mit Verpflegung ein. (Waldschenke am Baa-See, geöffnet aktuell Do bis So, 12 -17 Uhr.)

Begann meine Reise mit einer Sage, so endet sie hier erneut mit einer Sage um den Baasee. Man erzählt sich: an so manchem einsamen Herbstabend kann man noch immer die Glocken auf dem Grund des Sees läuten hören

Herzlichen Dank Bad Freienwalde und herzlichen Dank an Heiko Walther-Kämpfe. Ich möchte die letzte Frage aus unserem Interview als Abschluss meines Blog-Beitrages nutzen:

Das Fontanejahr 2019, worauf freuen Sie sich und was möchten Sie zu den genannten Höhepunkten Bahnhofsfest, Eröffnung Fontane-Haus, Altstadtfest noch ergänzen?

„Ich freue mich auf die (hoffentlich) vielen neugierigen Menschen, die wegen Theodor Fontane den Weg zu uns finden. Die dann, wenn Sie wieder nach Hause fahren, dem „hübschen Ort“ aus ihrem Fontane-Buch ein lebendiges Gesicht geben können.“

Text & Bild: Angelika Laslo

http://www.bad-freienwalde.de

Auszug Bad Freienwalde Veranstaltungen Januar bis Juni 2019:

https://fontane-200.de/de/location/bad-freienwalde

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2 Kommentare zu „Theodor Fontane sehen und hören* – auf den Spuren von Fontane in Bad Freienwalde

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